reflections

tage wie diese

San blas in mexico. Genau. Es gilt zwar als touristisch betrieben, aber das kann nach unseren maßstäben nicht gelten. Auf dem zocalo war auch zur abendzeit kaum ein touri zu entdecken und wir waren nach zwei tagen so bekannt wie uninteressant geworden, dass sich die einheimischen whale-watching-anbieter nur noch dann mit uns unterhielten, wenn sie sich mit uns unterhalten wollten. In unserer posada war der einzige gast außer uns und den hunderten von ameisen, die uns oder genau genommen unsere zu boden fallenden krümel zur abendbrotzeit in langen reihen besuchten, ein grauer kater, der am ersten abend eine riesige wunde am hinterkopf tapfer präsentierte und den wir über die tage, die wir in san blas verdösten, mit huhn und fisch einigermassen wieder aufpäppelten. Huhn. Tacos, tappas, enchiladas, tortilla, quesadilla – das waren für mich die nationalgerichte mexicos. Bis ich dort weilte. Schnell hatte uns die mexicanische version des gegrillten federviehs erobert. Natürlich aßen wir uns auch durch die restliche küche, aber so auf die schnelle und wenn man es sich ehrlich eingestand, kam man an diesem flachgeklopften knusprigen gebrät nicht vorbei. Mit ein stapel kleiner maistortillas und einem scharfen gesauce in einer tüte verschnürt, auf den gepäckträger unserer in der salzigen meeresluft schon vor jahren dem rost hoffnunglos erlegenen drahtesel geklemmt, radelten wir zum menschenleeren strand und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein. Wenn die Kauarbeit verrichtet war, gehört es zum guten Ton untereinander zum Händewaschen bis zum Hals ins Meer zu waten und dann betrachtete man den Tag unauffällig, aber interessiert beim Vergehen.

27.7.11 12:22

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